Podiumsdiskussionen

 

Dienstag, 24. März 2015

18:30-20:15 Uhr, Haus Recht und Wirtschaft I, Hörsaal RW1

Der Wert der Kunst

Podium: Christian De­­mand, Berlin / Isa­belle Graw, Berlin/Frankfurt a. M. / Max Hollein, Frankfurt a. M. / Isabel Pfeiffer-Poensgen, Berlin / Han­no Rauterberg, Hamburg
Moderation: Gregor Wedekind, Mainz
Co-Moderation: Matthias Müller, Mainz / Elisabeth Oy-Marra, Mainz

Die Frage nach dem Wert der Kunst steht im Zentrum des Mainzer Kunsthistorikertags. Dabei geht es uns nicht nur um einschlägige ökonomische und rechtliche Aspekte, son­dern vor allem um die sich verändernde Wertzumessung in einer globalisierten und kul­tu­rell vielfältigen Gesellschaft, die zudem von divergierenden politischen, ökonomischen und religiösen Leitbildern geprägt ist. Zur feierlichen Eröffnung kommen im Rahmen der Po­di­umsdiskussion zum "Wert der Kunst" Akteurinnen und Akteure unterschiedlicher Be­reiche zu Wort und diskutieren über konkurrierende Wertbildungsprozesse im Kunst­feld. Wo Kunst nicht als Wert an sich gedacht wird, gerät in den Blick, inwiefern der Wert der Kunst immer wieder neu ausgehandelt wird und dabei an andere gesell­schaft­­liche Nor­men und Wertvorstellungen geknüpft ist. Diese Relationen gilt es zu diskutieren. Zur Debat­te steht damit auch die Rolle, die Kunstgeschichte als Disziplin in solchen Wert­bil­dungs­prozessen einnimmt und einnehmen möchte.

 

Mittwoch, 25. März 2015

16:30-18:15 Uhr, Haus Recht und Wirtschaft I, Hörsaal RW1

Kunstgeschichte, Raubkunst und Provenienz­forschung – Konvergenzen und Spannungsfelder

Begrüßung: Kilian Heck, Greifswald
Einführung: Christian Fuhrmeister, München
Keynotes: Eva Blimlinger, Wien / Harald Kö­nig, Berlin / Stephan Klingen, München
Podium: Bénédicte Savoy, Berlin / Sibylle Ehringhaus, Berlin / Catherine Hickley, Ber­­lin / Meike Hopp, München / Marc Fehlmann, Winterthur
Moderation: Stephanie Tasch, Berlin

Die Virulenz der Provenienzforschung geht selbstverständlich weit über den "Fall Gurlitt" hinaus. Die Podiumsdiskussion will daher das außerordentlich dynamische For­schungs­feld "NS-Raubkunst – Handel, Markt, Sammlungen – 'Entartete' Kunst" im deutschen Sprach­raum bilanzieren und neue Perspektiven für Forschung und Lehre ausloten.
Sowohl die akademische Disziplin Kunstgeschichte als auch die Arbeitspraxis in Museen und im Kunsthandel stehen vor enormen Herausforderungen. Gerade die nochmals – auf 6 Millionen Euro pro Jahr – erhöhten Fördermittel des "Deutschen Zentrums Kultur­gut­ver­lus­te" werfen die Frage auf, welche strukturellen Reformen geeignet sein könnten, um dem moralischen wie immensen kommerziellen Druck einerseits und der lange Zeit ein­ge­üb­ten Indifferenz von Politik und Verwaltung andererseits zu begegnen. Denn fehlende Ar­beitskapazitäten und mangelnde Kompetenzen führten schon 2012 zur Forderung nach eigenen Ausbildungskonzepten und Studiengängen im Bereich Provenienzforschung. Welche Optionen hat das Fach also? Wie interdisziplinär muss gearbeitet werden und wel­che Kooperationen zwischen Universitäten, Museen, dem Kunsthandel und der Politik sind sinnvoll? Welche Verantwortung tragen staatliche, kommunale und private In­stitu­tio­nen und Stiftungen? Welche politischen und auch juristischen Rahmen­beding­ung­en müs­sen geschaffen werden, um Forschungen zu den Millionen NS-verfolgungs­bedingt entzo­gen­en Kulturgütern zu erleichtern? Und sollten nicht die bestehenden Stra­tegien der Qua­litätssicherung und Evaluierung von Forschungsergebnissen (etwa im Rahmen von DFG-Pro­jekten) auch in der Provenienzforschung konsequent Anwendung finden?
Ziel der Podiumsdiskussion ist die kritische und konstruktive Reflexion von Versäum­nis­sen und aktuellen Gestaltungsmöglichkeiten: Wo stehen wir, was können wir leisten und welche Lösungsvorschläge sind konsensfähig?

 

Donnerstag, 26. März 2015

19:00-20:30 Uhr, Rathaus der Stadt Mainz, Ratssaal

Urbanität zwischen historischem Erin­ner­ungsort und Shopping Mall? Die Architektur der Städte in der gesellschaftlichen Diskussion

Podium: Dieter Bartetzko, Frankfurt a. M. / Jean-Louis Cohen, New York / Thomas Metz, Mainz / Muck Petzet, München / Wolf D. Prix, Wien / Ingrid Scheurmann, Dortmund
Moderation: Matthias Müller, Mainz
Co-Moderation: Elisabeth Oy-Marra, Mainz / Gregor Wedekind, Mainz

Die Podiumsdiskussion zum Thema "Urbanität zwischen historischem Erinnerungsort und Shopping Mall? Die Architektur der Städte in der gesellschaftlichen Diskussion" fin­det im Ratssaal des Mainzer Rathauses statt. Das von den dänischen Architekten Arne Jacob­sen und Otto Weitling entworfene und 1973 eingeweihte Mainzer Rathaus ist dabei selbst sowohl ein herausragendes Beispiel für die Architektur der 70er-Jahre als auch Gegen­stand aktueller, hitziger Debatten um deren Wert und damit verbundene Aspekte wie Denk­malpflege, Stadtentwicklung, Urbanität und Nachhaltigkeit. Das Generalthema des Kunsthistorikertags "Der Wert der Kunst" soll daher an diesem Abend im Hinblick auf das zeitgenössische Ringen um die architektonische Weiterentwicklung der Städte dis­ku­tiert werden. Welche Akteure gestalten die Architektur unserer Städte, welche Rolle spie­len architektonische Setzungen für Urbanitätskonzepte und welche ästhetischen, kultu­rel­len, gesellschaftlichen und ökonomischen Parameter sind heranzuziehen, wenn versucht wird, den Wert von Bauwerken auszuhandeln? Leitthemen der Podiums­dis­kus­sion sollen sich auch mit der Qualität der Städte als historische Erin­ner­ungs­orte be­fassen, womit zu­gleich auch die derzeit wieder hoch­aktuelle Frage nach den Maß­stä­ben und Grenzen archi­tektonischer und städtebaulicher Re­kon­struk­tion­en aufgeworfen sein wird.